Lampenfieber: Jeder kennt es, kaum jemand spricht darüber

Trockener Mund, feuchte Hände, das Herz bis zum Hals – vor einer Prüfung, einem Vorstellungsgespräch oder einem Auftritt kennen das die meisten von uns. Trotzdem reden wir selten darüber. Dabei ist Lampenfieber eines der normalsten Dinge der Welt.

Woher das Wort kommt

Der Begriff entstand Mitte des 19. Jahrhunderts im Theaterjargon. Die Rampenlichter am vorderen Bühnenrand waren Öl- und Gaslampen, so heiß, dass die Darsteller:innen unter ihnen schwitzten wie im Fieber. Vermutlich auch eine Anlehnung an das ältere „Kanonenfieber“ – die Angst des Soldaten vor der Schlacht. Und damit ist man dem Kern schon nah.

Warum dein Körper Alarm schlägt

Wenn wir vor anderen sprechen, interpretiert unser Gehirn die Situation manchmal wie eine Bedrohung. Früher war das überlebenswichtig: Der Stress-Boost half uns, zu kämpfen oder zu fliehen. Heute stehen wir „nur“ auf einer Bühne – aber der Körper reagiert noch immer, als würden wir einem Säbelzahntiger gegenüberstehen.

Die Reaktion an sich ist dabei nicht das Problem. Ein gewisses Maß an Aktivierung macht uns wach, präsent und konzentriert – eigentlich beste Voraussetzungen für einen gelungenen Auftritt.

Schwierig wird es erst, wenn die Anspannung zu groß wird und aus Lampenfieber echte Bühnenangst entsteht. Dann schaltet der Körper in den Kampf- oder Fluchtmodus: Die Muskeln spannen sich an, der Kopf geht offline. Nicht gerade das, was man sich auf der Bühne wünscht.

Die gute Nachricht

Diesem Mechanismus sind wir nicht ausgeliefert. Wir können lernen, unser Nervensystem zu regulieren und auch in herausfordernden Situationen handlungsfähig zu bleiben. Genau dabei setzt Auftrittscoaching an: Mit Methoden wie Hypnose und PEP lösen wir innere Blockaden, damit Auftritte wieder mit Freude statt mit Angst verbunden sind.

Das Ziel ist nicht, die Aufregung wegzumachen – ein bisschen Lampenfieber darf bleiben. Das Ziel ist, dass die Bühne wieder zu dem werden darf, was sie sein soll: ein Ort von Präsenz, Ausdruck und Freude.

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